„In den Herzens wird’s warm – kaufen wir einen goldenen Defibrillator für das kalte Herz“

In den Medien wurde laut Umfragen in der Vorweihnachtszeit berichtet, dass in diesem Jahr die Bevölkerung alle Umsatzrekorde für das Weihnachtsgeschäft übertreffen werde. Ist das der neue Sinn von Weihnachten?

In einem Weihnachtslied wird gesungen: „ In den Herzen wird`s warm …“.  Ist heute noch eine menschliche Wärme zu spüren bei so viel Konsum und Selbstsucht?

Das Herz ist Sitz des geistigen ICH`s, des höheren Selbst, nicht zu verwechseln mit dem irdischen Ich, dem Ego . Vom Herzen strömt eine Herzlichkeit und menschliche Wärme aus, Liebe, Nächstenliebe, Menschlichkeit, wenn diese entwickelt wurde.

Jedes menschliche Geschöpf kann durch seine Taten eine Herzenswärme oder eine Kälte erzeugen. Oder anders ausdrückt, jeder Mensch kann durch sein ethisches Handeln ein Verbundenheitsgefühl zu anderen Menschen und Völkern aufbauen oder durch eine egoistische und materiell überbetonte Einstellung im Leben trennend auf die Mitmenschen wirken. Je mehr Besitz angehäuft wird, desto weniger empfindet der Mensch für ein anderes Wesen.

Liebe ist eine Herzensangelegenheit. Weihnachten ist das Fest der Liebe, der Nächstenliebe, die uns von Jesus Christus vorgelebt wurde.

Die Schere von Arm und Reich geht auf der ganzen Welt immer mehr auseinander. Leben die Erdenbewohner, die im materiellen Wohlstand schwimmen auf Kosten der armen Bevölkerung?

Werden die Herzen nicht durch Konsumwahn und Besitzstreben verhärteter und entsteht dadurch nicht mehr Seelenkälte? Es ist Zeit, dass wir uns alle auf den wirklichen Grund von Weihnachten besinnen.

Weihnachten ist Zeit der Besinnung. In der dunkelsten Zeit im Jahreslauf haben sich alle Kräfte in der Natur nach innen zurückgezogen und es macht den Anschein, dass alles schläft. Der Sonnenstand ist am niedrigsten und der Mondstand am höchsten zu Weihnachten. Die Sonne steht für das vitale Wachstum, für Aktivität im Außen. Die Mondenkräfte bewirken ein in sich gekehrt sein. Durch kontemplative Kräfte bereitet die Natur den nächsten Zyklus des Lebens vor. Auch beim Menschen vollzieht sich eher ein innerer Prozess. Nicht ohne Grund sprechen wir zur Weihnachtszeit von einer Besinnungszeit.

Besinnen wird abgeleitet von den Sinnen, sich auf etwas besinnen, mit den Sinnen etwas wahrnehmen, sich bewusst werden. Bewusstwerden geschieht über den Sinnesprozess, ein bewusstes Wahrnehmen und Empfinden sowie Reflektieren gehört dazu.

Eine Möglichkeit ist es, sich darauf zu besinnen, dass der Mensch ein geistiges Wesen ist und nicht nur aus Materie besteht, oder dass es eine Seele gibt, die nach Höherentwicklung und Weite strebt.

Die 12 Nächte zwischen dem Heiligen Abend und dem 6. Januar ist eine ganz besondere Zeit im Jahr. In dieser Zeit können wichtige und wertvolle Prozesse im Menschen bzgl. der seelisch  geistigen Entwicklung  in Gang gesetzt werden. Ziele, die in diesen Tagen konkret gefasst und formuliert werden, können im kommenden Jahr leichter umgesetzt werden.

Sich besinnen, was wirklich wichtig ist und eine Rückschau des Jahres halten, was man entwickelt, umgesetzt oder versäumt hat, kann sehr hilfreich sein. Was möchten Sie im nächsten Jahr entwickeln, wie möchten Sie sich weiter entwickeln? Was möchten Sie dazulernen?

Die Betrachtung der Zeitbedingungen, des Zeitgeistes lässt einem vor Augen führen, wo die Menschheit gerade von der Entwicklung her steht. Jeder einzelne von uns kann dazu beitragen, dass nicht Macht, Profit und Lügen unsere Welt weiter beherrschen.

Möge in den heiligen 12 Nächten ein Impuls gesetzt werden, ein Bewusstsein, dass wir alle eine große Menschenfamilie sind. Möge ein  größeres Interesse für Mitmenschen auf der ganzen Welt entstehen und Nächstenliebe entwickelt werden!

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern dieses Textes frohe und besinnliche Weihnachten.

Ihre Kerstin Meier Heilpraktikerin